Gehören Sie schon dazu?

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat jüngst eine Studie, der zufolge sich die Zustimmung für eine Grundeinkommensausrichtung unserer Gesellschaft konstant bei 50 Prozent bewegt, vorgelegt.

Umso erstaunlicher, dass der Politikbetrieb sich der Frage nach dem Grundeinkommen nur sehr zögerlich annimmt. Ab und an flackern zwar BGE-Gluten im Parteiengestrüpp hervor, aber eine Feuersbrunst, um die in die Jahre gekommene Sozialstruktur in Flammen aufgehen zu lassen, wissen die Großkopferten in den Parteien zu verhindern.

Das DIW weist in seiner Studie darauf hin, dass es gerade gebildete und jüngere Generationen sind, die einen Wandel in Richtung BGE herbeisehnen. Sind sie es doch, die unter den gegebenen wirtschaftlichen Verhältnissen kaum festen Boden unter ihre Füße bekommen.

Personen, die ihre Schäflein im Trockenen wissen oder glauben, verpönen das Grundeinkommen als Hängematte für Nichtstun oder Eintrittskarte ins Schlaraffenland. Das Arbeitsethos der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit, das vermeintlich selbst erarbeitete Wirtschaftswunder aber auch die Weigerung, sich mit notwendig gewordenen Änderungen zu befassen, lassen diese Gesättigten im Hier und Jetzt verharren.

Leider richten gerade die Parteien des sogenannten linken Spektrums ihre Konzepte nach den Befindlichkeiten gerade jener „Zufriedenen“ aus und sind nur sehr zögerlich, sich der berechtigten Interessen der jetzigen und künftigen Marginalisierten anzunehmen. Längst ist eine gute Bildung kein dauerhafter Garant für eine Zukunft im Wohlstand mehr. Ist es nicht so, dass die künftige Erwerbsarbeitswelt das Menschliche immer mehr zur Seite schiebt und nur noch das Obsiegen im Ranking so genannter Benchmark-Prozesse sieht?

Bereits heute greifen Unsicherheiten und Ängste um sich! Taugt der einmal eingeschlagene Bildungsweg für ein gutes Leben in einer sich womöglich zu schnell wandelnden Welt? Ist man nicht schon jetzt gezwungen, das eigene Leben den Interessen eines neoliberalen Leviathans zu opfern?

Wie frustrierend und desillusionierend wird das Leben der Vielen erst in einer durchdigitalisierten Welt sein, wenn diese auch noch zur Gänze nach dem Willen der Wirtschafts- und Finanzeliten gestaltet werden wird? Was bleibt uns dann noch an Lebensqualität, an Zeitsouveränität, an der Möglichkeit, eigengesetzte Ziele zu erreichen?

Im „Frankfurter Manifest“ wird gerade diese Dystopie klar herausgearbeitet. Möglich ist aber immer noch, statt dieser düsteren Zukunft eine konkrete Utopie entgegenzustellen: eine Zukunft nach Menschenmaß in einer von einem emanzipatorischen Grundeinkommen getragenen Gesellschaft.

Zunehmend mehr Menschen schließen sich unserer Vision an. Das Echo auf die verschriftlichte Ausarbeitung des Frankfurter Manifestes durch die Textsammlung „Digitalisierung? Grundeinkommen!“ ist unüberhörbar. Liebe Leserin, lieber Leser, gehören Sie schon zu uns? Oder glauben Sie an eine rosafarbene Zukunft, ohne dass sich Entscheidendes ändern muss? Wenn Sie aber sicher sind, dass für eine helle Zukunft Änderungen vonnöten sind, dann

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