Bedingungsloses oder emanzipatorisches Grundeinkommen

Häufig wird die Frage gestellt, worin unterscheidet sich ein bedingungsloses von einem emanzipatorischen Grundeinkommen und brauchen wir eine solche Trennung in der Definition.

Werner Rätz von der Arbeitsgruppe Genug für Alle, Attac Deutschland, hat versucht auf der Arbeitstagung „Digitalisierung? Grundeinkommen!“ am 25. – 26. Mai 2018 in Frankfurt am Main eine Antwort zu geben. Er hob noch einmal die Frage hervor, warum diese Arbeitstagung notwendig geworden ist. Was bedeutet es für uns, wenn (Silikon)-Manager sich für ein Grundeinkommen aussprechen? Rätz benennt zwei Gründe:
a) Durch ein Grundeinkommen lässt sich der Konsum (der Kauf von Gütern) sicherstellen, auch dann, wenn das Einkommen aus der Produktivität durch die Digitalisierung alleine nicht mehr in Zukunft ausreichen wird.
b) Dort wo Menschen zukünftig noch in der Produktion tätig sein müssen, sollen diese Erwerbsarbeiter möglichst billig, isoliert und ungeschützt ihre Arbeit verrichten. Stichwort: Billige Arbeit zur Profitmaximierung.

Dieser Fehlentwicklung in der zukünftigen Arbeitswelt soll das emanzipatorische Grundeinkommen entgegenwirken. Es ermöglicht jeden nein zu sagen zu Zumutungen, die man sich nicht freiwillig unterordnen möchte. (Emanzipatorisch, lat. = Entlassung aus der väterlichen Gewalt).
MERKE: Es ist nicht die Höhe des Geldbetrages eines Grundeinkommens wichtig, sondern die Höhe der Freiheitsmöglichkeiten, die das System um ein Grundeinkommen ermöglicht, so Rätz. Ferner müssen die Ebenen (Rahmenbedingungen eines Grundeinkommens) so angelegt werden, dass es ein gemeinsames Gestalten einer Gesellschaft und nicht das gemeinsame Konsumieren fördert. Als Beispiel benennt er die Schnittpunkte von Digitalisierung und gesellschaftlicher Infrastruktur.
FAZIT: Ein emanzipatorisches Grundeinkommen beinhaltet und benennt gleichzeitig die Rahmenbedingungen, die eine neue, moderne Gesellschaft erst ermöglicht und geht damit über die vier geforderten Kriterien eines bedingungslosen Grundeinkommens hinaus: individuell garantiert, ohne Bedürftigkeitsprüfung, ohne Zwang zur Arbeit und Gegenleistung, existenz- und teilhabesichernd.

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